Nachhaltige Werbeartikel – Das Umdenken findet statt!

14.06.2020

Lange waren die Anstrengungen, die Nachhaltigkeit im Werbeartikelmarkt zu fördern, etwas halbherzig. Mit der aktuellen Debatte zum Klimawandel ist nun Bewegung in die Thematik gekommen. Promo Impulse hat sich aufgemacht, die Branche nach den besten neuen Ansätzen abzusuchen, interessante Entwicklungen zu beschreiben und aufzuzeigen, wie die Zukunft aussehen könnte.

Seit zirka zwei Jahren beobachten wir, dass sich einige unserer Produzenten ernsthaft damit befassen, Werbeartikel nachhaltiger herzustellen oder die Produktion gänzlich neu zu gestalten. Das Angebot an überzeugenden Artikeln ist noch überschaubar, aber wachsend, die Entwicklung ist sehr positiv und es scheint ein echter Trend zu entstehen. Momentan lässt sich das Angebot auf dem Markt in die folgenden vier Gruppen einteilen:

Upcycling – Produkte, hergestellt aus Abfall

Der Bereich, der sich momentan stark entwickelt und eine erstaunliche Vielfalt zeigt. Anstatt Abfall einfach zu entsorgen oder zu verbrennen, erhalten Abfallmaterialien durch einen neuen Verwendungszweck ein zweites Leben. Dies wird mithilfe neuer oder neu entdeckter Produktionsmethoden erreicht. Sehr gute Beispiele dafür sind etwa Kugelschreiber oder Notizbücher, hergestellt aus gesammeltem Kaffeesatz; die Seife «Soap», die aus Resten von Orangenschalen entsteht, oder Trinkflaschen und Stifte aus alten Tetra-Milchverpackungen. Ein weiterer sehr interessanter Bereich entwickelt sich momentan um «Oceanplastic» (aus dem Meer gesammelter und zu Stoff verarbeiteter Kunststoffabfall). Ein Partnerbetrieb von Pandinavia stellt daraus in Spanien die Happy Ocean Products her. Momentan sind das Fouta-Tücher und Taschen, die Produktepalette wird laufend erweitert.

Bio-Based – Produkte, hergestellt aus biobasierten Materialien

Diese Produkte basieren vollständig oder teilweise auf nachwachsenden Rohstoffen, die beim Herstellungsprozess der Nahrungsmittelindustrie entstehen. Beispielsweise fällt bei Reis- oder Zuckerrohr-Produktion pflanzliches Abfallmaterial an, das zu Kunststoffen verarbeitet werden kann. Damit entstehen zum Beispiel Trinkflaschen, Foodboxen, Müeslischalen oder Trinkbecher. Je nachdem bestehen die Endprodukte komplett aus Kunststoff, der aus dem Ausgangsmaterial gewonnen wird, oder aber dieser ersetzt den grössten Teil des bisher verwendeten ölbasierenden Kunststoffs (Bsp. Sonnenbrillen aus 60 % Strohresten). Noch optimaler wäre es, wenn die Produkte nach Gebrauch auch wieder rezykliert werden könnten.

Natural – Produkte, hergestellt aus nachwachsenden Ausgangsstoffen

Diese Produktekategorie überzeugt auf den ersten Blick am meisten; allerdings gilt es, die jeweiligen Herstellungsverfahren genauer anzuschauen. Baumwolle ist beispielsweise einer dieser Stoffe, benötigt aber viel Pestizide und Wasser, um zu Stoffen verarbeitet zu werden. Ökologisch besser sind Bio-Baumwolle oder anspruchslose Pflanzenarten, wie zum Beispiel Jute, Bambus oder Holz (sofern
FSC-zertifiziert). Taschen aus Jute werden wiederentdeckt, Socken entstehen aus Bambusfasern, und Strohhalme aus Bambus können «Einwegröhrli» ersetzen.

Recycling – Produkte, hergestellt aus rezyklierten Materialien

Der Bereich, der schon am besten entwickelt ist und für den es auch bereits eine breite Sortimentsauswahl gibt. Bereits sehr bekannt und häufig von Kunden umgesetzt sind Produkte aus rezyklierten PET-Flaschen wie etwa Taschen oder auch Textilien. Ein sehr gutes Beispiel im Bereich Recycling ist die Produktion der Kugelschreiber-Firma Prodir im Tessin: 30 % ihrer Kugelschreiber bestehen schon heute aus Kunststoffresten, die aus der Produktion anfallen. Nun gibt es neu ein Modell, das zu 100 % aus solchen Resten hergestellt wird. Ausserdem neu im Sortiment ist ein Kugelschreiber, der zu 60 % aus Steinmehl entsteht und so viel weniger ölbasierenden Kunststoff benötigt.

Qualität und Nutzen

«Besser 100 Menschen eine kleine Freude zu bereiten als 1000 Personen nur ein Achselzucken abzugewinnen», schrieb Pandinavia im Einleitungstext ihres Katalogs im Jahr 2003. Dieser Satz ist aktueller denn je. Qualität, Nutzen und Design eines Werbeartikels sollten bei der Auswahl eines Produkts immer an erster Stelle stehen; ist der Artikel dann auch noch mit einem der oben beschriebenen Materialien hergestellt: perfekt! Ein noch so nachhaltig hergestellter Artikel, der dem Endempfänger nicht gefällt oder keinen Nutzen bringt, ist schliesslich alles andere als nachhaltig. Dient ein Artikel sogar als Ersatz für bestehende Einweglösungen, wie z.B. eine Foodbox anstelle von Einweggeschirr oder Tassen und Flaschen, die Wegwerfbecher ersetzen – umso besser.

Herstellungsverfahren und Herstellungsort

Neben dem Aspekt des Ausgangsmaterials bilden die Art der Herstellung sowie das Herstellungsland einen sehr wichtigen Punkt in der Beurteilung der Nachhaltigkeit eines Produkts. Besonders in der vielgescholtenen Textilindustrie gilt es diesbezüglich grosse Unterschiede zu beachten. Wie wird ein Textil hergestellt, wie viel Chemie ist dazu nötig und wie hoch ist der Wasserverbrauch? Bio-Baumwolle aus einer GOTS-zertifizierten Produktion weist viel bessere Werte aus als herkömmliche Baumwolle, kostet aber auch etwas mehr. In Europa oder gar in der Schweiz hergestellte Waren haben eine viel bessere Öko-Bilanz als Ware, die per Luftfracht aus weit entfernten Ländern importiert wird. Fakt ist aber auch, dass es diverse Produktekategorien gibt, die in Europa praktisch nicht mehr hergestellt werden, z.B. Elektronik-Artikel, Taschen etc. Für diese Artikelkategorien bietet «Made in Europe» keine wirkliche Alternative (lesen Sie dazu auch den Beitrag «CO2-Kompensation ihrer Werbeartikel».

Trendletter

Der Pandinavia-Trendletter wird monatlich versandt. Er kann jederzeit abbestellt werden.

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